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	<title>Tierrechte Archive - Steffanie Richter</title>
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	<description>Tier- und Naturbetrachtungen</description>
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		<title>Über die Ambivalenz in der Mensch-Tier-Beziehung</title>
		<link>https://richter-tierundnatur.de/ueber-die-ambivalenz-in-der-mensch-tier-beziehung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Sep 2022 15:25:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tierrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Verhältnis gegenüber Tieren ist von massiven Widersprüchen geprägt</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://richter-tierundnatur.de/ueber-die-ambivalenz-in-der-mensch-tier-beziehung/">Über die Ambivalenz in der Mensch-Tier-Beziehung</a> erschien zuerst auf <a href="https://richter-tierundnatur.de">Steffanie Richter</a>.</p>
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	<h2>Das Verhältnis der Menschen gegenüber Tieren ist von Widersprüchen geprägt</h2>
<p>Salopp gestellte Frage an mich und an Dich, Du Leser:in. Wie sieht es aus mit der eigenen Haltung, dem persönlichen Handeln gegenüber "dem" Tier? Was bedeutet uns Tierliebe? Das sind nur zwei von vielen Fragen zur Mensch-Tier-Beziehung. Fangen wir mit dem gebräuchlichen Begriff der Tierliebe an. Viele Menschen bezeichnen sich als tierlieb. In erster Linie denken sie dabei an Haustiere wie Katzen und Hunde, weiter an exotische Delfine, Elefanten, Tiger und Schimpansen. Für die Kinder gibt es Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen. Rasch verlieren die Kleinen ihr Interesse an den Nagern. Was wohl an der Scheu und Langweiligkeit dieser Lebewesen liegt und daran, dass es nicht deren Bedürfnis entspricht, angefasst und durch die Gegend geschleppt zu werden. Tiere, solange sie nicht zu Schlangen oder zu den schätzungsweise 50 bis 100.000 Spinnenarten zählen, sind süß. Vor allem flauschige, tapsige Jungtiere mit großen Augen machen sich gut im social media Hype.</p>
<h3>33 Millionen Haustiere in deutschen Haushalten</h3>
<p>Von der immensen Tierliebe zeugen die geschätzten 33 Millionen Haustiere, die in deutschen Haushalten leben. Dabei ist die Grenze zwischen Tierliebe und Tierquälerei oft fließend. Ähnlich wie bei den sogenannten Nutztieren, dienen auch Haustiere gerne dem jeweiligen Zweck, sprich der Erfüllung menschlicher Bedürfnisse nach Nähe und direkter Kommunikation. Häufig ist die Beziehung von Projektionen, Moden und Vorlieben geprägt. Indes - die natürlichen Bedürfnisse vieler tierischer Mitbewohner geraten dabei häufig unter die Räder. Die individuelle Tierliebe ist nach Jean-Claude Wolf (Tierethiker, der an Universität Freiburg in der Schweiz lehrt) in gesellschaftlich-kulturelle Wertvorstellungen eingebunden. Gesellschaftlich verankerten Präferenzen für bestimmte Tiere steht eine Abneigung anderer Tiere gegenüber. Die Bevorzugung von Haustieren wie Hund oder Katze sei genauso wenig rational begründbar wie die gleichzeitige Angst vor Spinnen oder Schlangen. Domestizierte Säugetiere genießen generell eine bevorzugte Stellung.</p>
<h3>Einige Worte zur Geschichte der Haustierhaltung in Deutschland</h3>
<p>Die Idee, ein Haustier zu halten, fand ihren Ursprung Ende des 18. Jahrhunderts. Davor war die Haltung von Haustieren vor allem ein Privileg, das lange Zeit Königshäusern und dem Adel vorbehalten war. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt sich die Haustierhaltung zu einem Massenphänomen, das mit der Industrialisierung zusammenfiel. Die Industrialisierung führte zu einem Verschwinden der "Nutztiere" und der Pferdekutschen aus dem Stadtbild und zeitgleich zu einer Auslagerung der zum damaligen Zeitpunkt bereits existierenden Schlachthöfe. Tiere wurde durch diese Entwicklung unsichtbar(er). Menschen zogen vom Land in die Städte und nahmen als letztes Stück Natur ein Tier zu sich ins Wohnzimmer. Das Bürgertum übernahm vom Adel diese Art der Tierliebe. Jagdhunde und Rennpferde dienten als Repräsentationsobjekte und Statussymbole.  Interessanterweise waren Hunde, Papageien und Wellensittiche als Haustiere beliebter als Katzen, obwohl diese weit weniger aufwendig in der Betreuung sind. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein wurde die Katze als böses, betrügerisches Wesen gedeutet und somit auch weniger als Haustier gewählt.</p>
<h3>Hund und Schwein: Sozial, intelligent, verspielt</h3>
<p>Ein häufig herangezogenes Beispiel zur Erklärung unserer widersprüchlichen Haltung ist der Hund, der gemeinhin als bester Freund des Menschen gilt und das Schwein, dessen Lendchen in Soße dem Bürger mundet. Der Hund wird gestreichelt, verwöhnt und in Mäntelchen gehüllt. Das Schwein wird in winzige Verliese gesperrt, gemästet, geschlachtet und verspeist. Die Zahlen des statistischen Bundesamts sprechen für sich. Jährlich werden alleine in Deutschland knapp 60 Millionen Schweine geschlachtet. Das Schwein ist, wie wir inzwischen wissen, ein intelligentes, neugieriges und soziales Säugetier und dem geliebten Haushund in nichts unterlegen. Ganz im Gegenteil. Wer im Moment einer emotionalen Entgleisung sein Gegenüber als „dummes Schwein“ beschimpft, zeigt, dass er wenig Ahnung hat. "Man geht davon aus, dass Schweine mehr Kommandos lernen können als Hunde", sagt Sandra Düpjan , die am Leibniz-Institut für Nutztiere in Dummerstorf seit vielen Jahren mit Schweinen arbeitet. Wie Elefanten, Delfine und Primaten können sich Schweine selbst im Spiegel erkennen und haben offensichtlich eine Form von Selbstbewusstsein.</p>
<p>Was also sagt die Forschung über unser ambivalentes Verhältnis zu den Tieren? Darüber demnächst mehr.</p>
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		<item>
		<title>Lust auf Fleisch?</title>
		<link>https://richter-tierundnatur.de/lust-auf-schwein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2022 13:41:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tierrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Hölle nach der Hölle. Oder: Auch "bio" endet beim Schlachten. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://richter-tierundnatur.de/lust-auf-schwein/">Lust auf Fleisch?</a> erschien zuerst auf <a href="https://richter-tierundnatur.de">Steffanie Richter</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="entry-title">Neue Schweinereien beim organisierten Schlachten</h2>
<p>Dieser Artikel (gemeinsam mit Felizia Rein) erschien ursprünglich am 17. Juni 2017 im Rahmen meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Weber-Institut für Soziologie an der Universität Heidelberg (Forschungsgruppe heiGOS Prof. Dr. Markus Pohlmann, siehe die Blogseite der Forschungsgruppe: <a href="https://heigos.hypotheses.org/4329" target="_blank" rel="noopener">link). </a> Bedauerlicherweise hat er nichts an seiner Aktualität verloren.</p>
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<p>Mit welchen Methoden und unter welchen Bedingungen Tiere geschlachtet werden dürfen ist in Deutschland und in der EU (einheitlich seit 2013) gesetzlich geregelt. Bei der Schlachtung sollen die Tiere weder Schmerzen haben noch leiden – so ist es jedenfalls im deutschen Tierschutzgesetz sowie in der Tierschutz-Schlachtverordnung (TierSchlV) vorgeschrieben. Gemäß dieser sind „Tiere (…) so zu betäuben, dass sie schnell und unter Vermeidung von Schmerzen oder Leiden in einen bis zum Tod anhaltenden Zustand der Empfindungs- und Wahrnehmungslosigkeit versetzt werden“. Leider ist die Praxis des „organisierten“ Schlachtens oft anders, in vielen Fällen erleiden die Tiere während der Schlachtung aufgrund von Fehlbetäubungen große Qualen und Schmerzen.</p>
<h3><strong>Auch „Bio“ endet beim Schlachten</strong></h3>
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<p>Auch in bio-zertifizierten Schlachthöfen sieht das nicht anders aus. Erst Anfang Mai 2017 hat die Leitung des Schlachthofs in Fürstenfeldbruck beschlossen, ihren Betrieb zu schließen. Laut Süddeutscher Zeitung stammen etwa 60 Prozent der Tiere, die dort geschlachtet wurden, aus ökologischer Haltung. Vorausgegangen waren Undercover-Aufnahmen der Tierrechtsorganisation „SOKO Tierschutz“, welche grobe Gewalt, systematische Rechtsbrüche und massive Probleme bei der Betäubung von Schweinen und Rindern zeigten. Soko Tierschutz stellte Strafanzeigen gegen fünf Verantwortliche des als Musterbetrieb in der Biobranche geltenden Schlachthofs.</p>
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<p>Solche Missstände sind kein Einzelfall. Nach Einschätzung von Klaus Troeger, ehemaliger Leiter am Kulmbacher Max Rubner-Institut (das Bundesinstitut beschäftigt sich unter anderem mit der Sicherheit und der Qualität bei Fleisch und berät das Verbraucherschutzministerium), werden jährlich etwa 500 000 Schweine bei lebendigem Leib verbrüht, weil sie nicht ordnungsgemäß entbluten. 2012 gab die Bundesregierung auf Anfrage der Partei Bündnis 90/Die Grünen die Fehlbetäubungsrate bei Schweinen bei handgeführten elektrischen Anlagen mit 12,5 Prozent und bei automatischen Anlagen mit 3,3 Prozent an. Die Fehlerrate bei Rindern wurde mit über 9 Prozent angegeben. In absoluten Zahlen bedeutet dies jährlich weit über 300 000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine, die bei der eigentlichen Schlachtung nicht ausreichend betäubt sind.</p>
<h3><strong>Eine Branche außer Kontrolle?</strong></h3>
<p>Beim Schlachten kommt es zu gravierenden Tierschutzverletzungen. Es handelt sich um systembedingte, auf die Organisationsstrukturen zurückzuführende Missstände wie z.B. Akkordlöhne in den Schlachthäusern und die aus dem Zeitdruck resultierende Fehlerquote. Allein in deutschen Schlachthöfen sterben jährlich über 750 Millionen Tiere, darunter circa 670 Millionen Masthühner, Suppenhühner und Puten, 60 Millionen Schweine, 3,6 Millionen Rinder und weitere Millionen andere Tiere. (Statistisches Bundesamt 2016). Bei diesen Zahlen wird deutlich: Dieses System funktioniert nur mit einer industriell organisierten Schlachtung im Akkord – täglich und fast rund um die Uhr. Die Organisation der Schlachtung verläuft dabei an vielen Stellen gänzlich unkontrolliert. Dadurch entstehen Gelegenheitsstrukturen, die in einer „Kultur des Wegsehens“ in organisierter Form genutzt werden. Die einerseits zwar zunehmend besorgten, aber in ihren Konsumgewohnheiten nur zaghaft reagierenden Verbraucher machen dies ebenso möglich, wie das Personal und die Verantwortlichen im Umfeld der Schlachtung. Um wirtschaftlich schlachten zu können, ist der Schlachtprozess perfektioniert. Der Druck, möglichst billiges Fleisch zu produzieren, hat auch sozio-ökonomische Auswirkungen. Dazu gehören die prekären Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen. Die Fleischwirtschaft in Deutschland ist ein Geschäft, das von schlechten Arbeits- und Lohnverhältnissen lebt. Unter den 30.000 Beschäftigten, die hier schlachten und zerlegen, sind ein Drittel Südosteuropäer, schätzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der größte Teil stammt aus Rumänien und Bulgarien, viele auch aus Polen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien (Sebastian, 2016). Tierschutzgesetze werden zum Nutzen einer Schlachtung im Akkord von umgangen. Es sind nicht wenige, welche die Regeln umgehen. Dadurch entsteht ein devianzförderliches Umfeld. Das Leiden der Tiere beim Schlachtprozess wird rationalisiert und legitimiert, indem auf die geringe Bereitschaft der Verbraucher verwiesen wird, mehr zu bezahlen. Der industrialisierte Schlachtprozess erscheint demnach nur unter Bedingungen gewinnbringend, welche den Tieren erhebliches Leiden zufügt.</p>
<p>Tierschutzverstöße in Schlachthöfen wurden bislang meist völlig unzureichend geahndet. Zwar listet das deutsche Tierschutzgesetz diverse Straftatbestände auf, die mit Freiheitsstrafe, Geldstrafe (beides nach § 17) oder Geldbuße (bei Ordnungswidrigkeiten nach § 18) bestraft werden können. Das Problem ist aber die Umsetzung: In vielen Fällen kommt es gar nicht erst zu einem Verfahren, weil die Staatsanwaltschaft nicht ermittelt oder nichts beweisen kann. Im Falle einer Verurteilung fallen die Strafen häufig gering aus. Das Versagen der Behörden wirft ein bezeichnendes Licht auf eine Branche, der Profit wichtiger ist als Transparenz und Tierschutz. Solange es als ökonomisch rational erscheint, Tiere als Ware und Nutzen für den Menschen zu betrachten, orientiert sich die Umgangsweise mit Tieren an der Profitmaximierung und nicht an Tierschutzbestimmungen.</p>
<h3><strong>Was können wir tun?</strong></h3>
<p>Immer häufiger wird die Forderung nach einer Videoüberwachung in Schlachtbetrieben laut – auch im europäischen Ausland. In Frankreich hat das Parlament einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht. Nach diesem sollen ab 2018 sämtliche Schlachthöfe mit Kameras ausgestattet sein. Das Videomaterial soll aus Datenschutzgründen nur den tierärztlichen Kontrolldiensten, Tierschutzbeauftragten oder zur Ausbildung der Beschäftigten verfügbar gemacht werden. Doch auch hier bleibt die Frage, inwiefern der Staat und die Staatsanwaltschaft die Verfolgung dieser Verstöße auf ihre Agenda setzen. Denn wo Staat und Verbraucher nicht genau hinschauen, sind Schweinereien schnell an der Tagesordnung – insbesondere, wenn sie Teil des Geschäftsmodells sind.</p>
<p>Es bleibt dabei: Wer nicht ganz auf Fleisch verzichten möchte, sollte sich mit den Bedingungen, denen die Tiere bei Aufzucht und Schlachtungsprozess ausgesetzt sind, vertraut machen oder selbst Hand anlegen.</p>
<p><strong>Quellen</strong></p>
<p>Heinrich Böll Stiftung: Fleischatlas 2014 – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel, online unter:<br />
<a href="https://www.boell.de/de/fleischatlas">https://www.boell.de/de/fleischatlas</a></p>
<p>Reymann, Tanya (2016): Vergleichende Überprüfung des Tierschutzes in Schlachthöfen anhand rechtlicher Vorgaben und fachlicher Leitparameter. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät, online unter:<br />
<a href="https://edoc.ub.uni-muenchen.de/19189/1/Reymann_Tanya.pdf">https://edoc.ub.uni-muenchen.de/19189/1/Reymann_Tanya.pdf</a></p>
<p>Sebastian, Marcel (2016): Mindestlohn für Mindest-Image, in: Fleischatlas 2016 – Deutschland Regional, online unter:<br />
<a href="https://www.boell.de/de/2016/01/13/mindestlohn-fuer-mindest-image?dimension1=ds_fleischatlas_regional" target="_blank" rel="noopener">https://www.boell.de/de/2016/01/13/mindestlohn-fuer-mindest-image?dimension1=ds_fleischatlas_regional</a></p>
<p>Troeger, Klaus et. al.(2013): Tierschutzgerechte Tötung und Beziehung zur Fleischqualität, 3. LANUV-Forum Tierschutz bei der Schlachtung, 11. Juni 2013, online unter:<br />
<a href="https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/agrar/tierschutz/pdf/forum3/TierschutzgerechteToetung_Prof-Troeger.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/agrar/tierschutz/pdf/forum3/TierschutzgerechteToetung_Prof-Troeger.pdf</a></p>
<p>Statistisches Bundesamt: Tiere und tierische Erzeugung. Gewerbliche Schlachtungen 2015 und 2016, online unter:<br />
<a href="https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/GewerbSchlachtungJahr.html">https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/GewerbSchlachtungJahr.html</a>, abgerufen am 29. Mai 2017</p>
<p>Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung und zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 des Rates (Tierschutz-Schlachtverordnung -TierSchlV), online unter:<br />
<a href="https://www.gesetze-im-%20internet.de/bundesrecht/tierschlv_2013/gesamt.pdf" target="_blank" rel="noopener">https://www.gesetze-im- internet.de/bundesrecht/tierschlv_2013/gesamt.pdf</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Medienberichterstattung</strong></p>
<p><a href="http://www.swr.de/odysso/mangelhafte-kontrolle-viele-tiere-werden-beim-schlachten-weiterverarveitet-obwohl-sie-noch-leben/-/id=1046894/did=13451582/nid=1046894/1nam9xk/index.html">Besser schlachten. Neue Methode kann schreckliche Tierquälerei deutlich vermindern</a>. SWR Odysso, 22. Januar 2015, abgerufen am 30.05.2017</p>
<p><a href="http://www.3sat.de/page/?source=/nano/gesellschaft/143211/index.html">Unnötige Qualen. Sterben Tiere ohne Betäubung, leiden sie stark</a>. 3Sat, 05. Februar 2015, abgerufen am 31.05.2017</p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/tierschlachtung-mit-viel-liebe-getoetet-1.2429399" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tierschlachtung. Mit viel Liebe getötet</a>. Süddeutsche Zeitung, 13. April 2015, abgerufen am 31.05.2017</p>
<p><a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/schlachthoefe-arbeiten-mit-hoher-fehlerquote-tiere-leiden-unnoetig-a-840156.html">Fleischindustrie: Regierung rügt Tierquälerei in Schlachthöfen</a>. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel_Online">Spiegel Online</a>, 21. Juni 2012, abgerufen am 30.05.2017</p>
<p><a href="https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Franzoesische-Schlachthoefe-werden-videoueberwacht-Modell-fuer-Deutschland-7165348.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Französische Schlachthöfe werden videoüberwacht. Modell für Deutschland</a>. topagrarONLINE. 24. Januar 2017, abgerufen am 01.06.2017</p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-anzeigen-gegen-schlachthof-metzger-1.3513635" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tierrechtler stellen fünf Anzeigen im Schlachthof-Skandal</a>. Süddeutsche Zeitung. 20. Mai 2017, abgerufen am 01.06.2017</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://richter-tierundnatur.de/lust-auf-schwein/">Lust auf Fleisch?</a> erschien zuerst auf <a href="https://richter-tierundnatur.de">Steffanie Richter</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vegan auf dem Vormarsch</title>
		<link>https://richter-tierundnatur.de/vegan-auf-dem-vormarsch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Aug 2022 13:40:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tierrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Vegan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine pflanzenbasierte Ernährung ist mehr als nur ein Modetrend</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://richter-tierundnatur.de/vegan-auf-dem-vormarsch/">Vegan auf dem Vormarsch</a> erschien zuerst auf <a href="https://richter-tierundnatur.de">Steffanie Richter</a>.</p>
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	<p>Zugegeben, der Anteil der Menschen in Deutschland, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, mutet nach wie vor bescheiden an. Entscheidend ist, dass sich etwas Grundsätzliches gewandelt hat: Fleisch essen ist in unserer Gesellschaft nicht länger eine Selbstverständlichkeit. Der Konsum von Tieren und Tierprodukten wird von vielen Menschen nicht mehr als eine reine Privatsache akzeptiert, sondern immer öfter in Zusammenhang mit ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Fragestellungen gebracht. Dies zeigt sich auch an den großen und kleinen Demonstrationen und Initiativen gegen Schlachthöfe, Mastanlagen und für eine andere Landwirtschaft.</p>
<h2>Industrielle Tierhaltung im Kreuzfeuer</h2>
<p>Über wenige Themen wird so erbittert gestritten wie über den Fleischkonsum und das damit verbundene Leid von Millionen von Tieren. Fleisch essen ist nicht länger eine Selbstverständlichkeit. Nachdem die vegane Lebensweise jahrzehntelang belächelt wurde, erfährt sie nun einen unvergleichlichen Boom, der mehr zu sein scheint als ein Modetrend. Doch dies ist nicht genug. In Anbetracht der globalen Herausforderungen brauchen wir neue Formen der Landbewirtschaftung.</p>
<p><strong>Dieser Artikel erschien ursprünglich im Magazin tierrechte 4.15 im Rahmen meiner Tätigkeit bei der Tierrechtsorganisation <a href="http://www.tierrechte.de" target="_blank" rel="noopener">Menschen für Tierrechte.</a></strong></p>
<p>Den vollständigen Artikel können Sie hier als <strong><a href="https://richter-tierundnatur.de/wp-content/uploads/2022/09/Vegan-auf-dem-Vormarsch.pdf" target="_blank" rel="noopener">pdf</a></strong> lesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div></div></div></div></div><p>Der Beitrag <a href="https://richter-tierundnatur.de/vegan-auf-dem-vormarsch/">Vegan auf dem Vormarsch</a> erschien zuerst auf <a href="https://richter-tierundnatur.de">Steffanie Richter</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schwein gehabt?</title>
		<link>https://richter-tierundnatur.de/schwein-gehabt-zur-ahndung-von-rechtsverstoessen-in-der-massentierhaltung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Aug 2022 12:29:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Tierrechte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://richter-tierundnatur.de/?p=1004</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die tierschutzwidrigen Zustände in der Massentierhaltung sind schockierend</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://richter-tierundnatur.de/schwein-gehabt-zur-ahndung-von-rechtsverstoessen-in-der-massentierhaltung/">Schwein gehabt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://richter-tierundnatur.de">Steffanie Richter</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="pl-1004" class="panel-layout">
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<h2>Zur Ahndung von Rechtsverstößen in der Massentierhaltung</h2>
<p><strong>Dieser Artikel erschien ursprünglich am 1. Dezember 2016 im Rahmen meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Weber-Institut für Soziologie an der Universität Heidelberg (Forschungsgruppe heiGOS Prof. Dr. Markus Pohlmann, <a href="https://heigos.hypotheses.org/4329" target="_blank" rel="noopener">link). </a>Bedauerlicherweise hat er nichts an seiner Aktualität verloren.</strong></p>
<p>„Bundesweites Tierhaltungsverbot für Schweinebaron Straathof“, titelten die Medien im Sommer 2016. Dem Niederländer Adrianus Straathof, einer der größten Schweineproduzenten Europas, wurde per Beschluss vom Verwaltungsgericht Magdeburg am 4. Juli persönlich verboten, in Deutschland weiterhin Schweine zu halten.Die Straathof-Gruppe betreibt in Deutschland 26 Mastanlagen an verschiedenen Standorten mit rund 350.000 Schweinen. Im Jerichower Land im Norden von Sachsen-Anhalt soll Straathof seit dem Jahr 2005 wiederholt gegen den Tierschutz verstoßen haben, zahlreiche Fälle wurden von Tierschützern, aber auch Veterinären dokumentiert. Gegen das Urteil war der Schweinezüchter in mehreren Instanzen vorgegangen. Am Standort Gladau wurde der Niederländer im Jahr 2014 schließlich zu Zwangs- und Bußgeldern in Höhe von 2,1 Millionen Euro wegen mehrfacher Verstöße gegen die Landesbauordnung, das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung rechtskräftig verurteilt. Im Herbst 2014 zog sich Straathof nach Vorwürfen der Tierquälerei seitens der Behörden aus der Geschäftsführung seiner LFD Holding zurück. Straathof ging zwar gegen das Tierhaltungsverbot des Magdeburger Verwaltungsgerichts in Berufung, sein Antrag wurde jedoch am 11. November 2016 vom Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt endgültig abgelehnt. Mit diesem Urteil ist das Tierhaltungsverbot gegen Straathof nun rechtskräftig und unanfechtbar und muss in ganz Deutschland eingehalten werden.</p>
<h3>Tierhalteverbot als Präzedenzfall in der Massentierhaltung</h3>
<p>Das Tierhalteverbot gegen Straathof ist das erste Verbot dieser Art in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Ausmaß der tierschutzwidrigen Zustände schockierte selbst hartgesottene Veterinäre. Die Veterinärbehörde des Jerichower Landes hatte auf der Grundlage mehrerer Kontrollen die Gründe für das Tierhaltungsverbot in einer 337-seitigen amtstierärztlichen Stellungnahme dargelegt. Die Rede war von einer Vielzahl von massiven Verletzungen wie Ohrverlusten, Lahmheiten, Klauenabrissen, Schulterverletzungen, Abszessen, Leistenbrüchen und Darmvorfällen; weiterhin ohne Betäubung totgeschlagene Ferkel, überbelegte Ställe und zu kleine Kastenstände (Metallkäfige aus Stahl, in denen die Tiere wochenlang eingepfercht sind und sich kaum bewegen können).</p>
<h3>Ist Straathof ein Einzelfall?</h3>
<p>Wie aber konnte es zu diesen massiven Verstößen gegen geltendes Tierschutzrecht kommen? Ist Straathof ein Einzelfall? Wohl kaum. Massentierhaltungsbetriebe stehen wegen eklatanter tierschutzrechtlicher Verstöße immer wieder in der Kritik. Etwa 60 Millionen Schweine, 3,6 Millionen Rinder, 630 Millionen Hühner, 40 Millionen Puten und 25 Millionen Enten wurden 2015 im Rahmen gewerblicher Schlachtungen in deutschen Schlachthöfen getötet (Statistisches Bundesamt 2015). Die Tiere lebten zuvor meist in „Tierfabriken“ unter tierverachtenden Bedingungen. Die Tierhaltung hat längst nichts mehr mit dem Bauernhofidyll zu tun, das in der Werbung und in Kinderbüchern zelebriert wird. Die meisten der in Deutschland gehaltenen Schweine sehen niemals Tageslicht, haben weder Auslauf noch Suhl- und Scheuermöglichkeiten und vegetieren in überfüllten und strukturlosen Buchten mit Betonspaltenböden. Straathof ist nicht das „schwarze Schaf“ unter vielen weißen Schafen. Vielmehr hat die teilweise an Gesetzen vorbei organisierte Massentierhaltung System. Die aufgedeckten Fälle verdeutlichen, dass Kontrollbehörden wie die Veterinärämter offenbar nicht in die Lage versetzt werden, selbst auffällig gewordene Betreiber so zu kontrollieren, dass wenigstens die ohnehin geringen gesetzlichen Mindeststandards umgesetzt werden. Das deutsche Tierschutzgesetz schreibt in Paragraf 2 zwar vor, dass Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden müssen. Dennoch sind Praktiken wie die betäubungslose Ferkelkastration, das Kupieren von Schwänzen und die totale Bewegungslosigkeit von Muttersauen in Kastenstand und Abferkelkäfig alltäglich und gelten als „gute fachliche Praxis“. Was steckt dahinter? Ist es nur das Profitinteresse der Massentierhalter?</p>
<h3>Massentierhaltung – industrialisiert und globalisiert</h3>
<p>Die Organisation der Massentierhaltung ist nicht nur globalisiert und weitgehend industrialisiert, sondern sie verläuft an vielen Stellen unkontrolliert. Dadurch entstehen Gelegenheitsstrukturen, die in einer Kultur des Wegsehens in organisierter Form genutzt werden. Die besorgten wie in den Konsumgewohnheiten zu selten reagierenden Verbraucher machen dies ebenso möglich wie das Personal im Umfeld der Massentierhaltung. Auch hier gilt: Die Regeln werden zum Nutzen der Massentierhaltung umgangen. Es sind nicht wenige, welche die Tierschutzgesetze umgehen. Dadurch entsteht ein devianzförderliches Umfeld. Das Tierleid wird rationalisiert, indem auf die geringe Bereitschaft der Verbraucher verwiesen wird, mehr zu bezahlen. Eine industrielle Nutztierhaltung erscheint de facto als nur unter Bedingungen rentabel, welche das Wohlergehen der Tiere erheblich beeinträchtigen. Um wirtschaftlich produzieren zu können, wird die Nutzung der Tiere perfektioniert, in dem sie zu reinen Kennzahlen in einem industriellen Produktionsprozess geworden sind. Dass es auch anders geht, ist ein offenes Geheimnis.Zwar listet das deutsche Tierschutzgesetz diverse Straftatbestände auf, die mit Freiheitsstrafe, Geldstrafe (beides nach § 17) oder Geldbuße (bei Ordnungswidrigkeiten nach § 18) bestraft werden können. Das Problem ist die Umsetzung: In vielen Fällen kommt es gar nicht erst zu einem Verfahren, weil die Staatsanwaltschaft nicht ermittelt oder nichts beweisen kann. Und im Falle einer Verurteilung fallen die Strafen in der Regel sehr gering aus. Das Tierhalteverbot ist weiterhin keine Strafe, sondern eine Maßnahme, welche die Strafe begleitet und dazu dient, zukünftige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu verhindern.Am 23. November 2016 entschied das Bundesverwaltungsgericht in einem Urteil, dass in einem Zuchtbetrieb die „Kastenstände entsprechend den Vorgaben von § 24 Abs. 4 Nr. 2 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung so zu gestalten sind, dass sich jedes Schwein ungehindert hinlegen und in Seitenlage die Gliedmaßen ausstrecken kann“. Es reiche nicht aus, so das Gericht, dass das Schwein zum Ausstrecken seine Beine in einen benachbarten, ebenfalls belegten Kastenstand stecken kann (BVerwG 3 B 11.16). Demnach komme es nicht auf konkrete Zentimeter-Angaben an. Die Leipziger Richter wiesen mit ihrem Urteil die Nichtzulassungsbeschwerde eines Schweinebetriebs ab, der zur Unternehmensgruppe von Straathof gehört. Das Urteil gelte zwar zunächst nur für die beteiligten Parteien, sagte eine Sprecherin des Bundesverwaltungsgerichts. Es habe aber Wirkung über den Fall hinaus, weil es sich um die höchstrichterliche Auslegung einer Rechtsnorm handele.Die bisher üblichen Kastenstandbreiten betragen 70 Zentimeter für Sauen und 65 Zentimeter für Jungsauen. Für die inzwischen hochgezüchteten Tiere sind sie viel zu klein. Vor ein paar Jahren wurde in einem Straathof-Betrieb bei einer amtlichen Kontrolle eine Sau mit 1,05 Meter Körperhöhe in einem Kastenstand vorgefunden, welcher 48 Zentimeter breit war.In Zukunft dürfen sich die Tiere über einen um ein paar Zentimeter größeren Kastenstand freuen. Schwein gehabt?</p>
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